pro bono gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)  

für das Gute

Hier möchten wir den Tierarten Raum geben, die hoffentlich bald wieder zum normalen und gesicherten Wildtierbestand in Deutschland zählen.

 

Fledermäuse

Fledermausfreundliches Haus

(Quelle: NABU-Hessen)

 

Helfen Sie den faszinierenden Kobolden der Nacht!

                                                                                       Braunes Langohr - Foto:NABU/Christian Stein

Geeignete Quartiere für Fledermäuse werden in Hessen immer knapper. Mit dem Anbringen von Fledermauskästen an Ihrem Haus können Sie den faszinierenden Kobolden der Nacht helfen. Wir zeichnen Ihr Engagement mit einer Urkunde und Plakette aus.

Sie fliegen mit den Händen, sehen mit den Ohren und erwachen, wenn die meisten von uns schlafen gehen. Schon seit 50 Millionen Jahren gibt es Fledermäuse. Kaum eine Tiergruppe hat uns Menschen so fasziniert und zu Spekulationen angeregt wie die Kobolde der Nacht. Die geheimnisvollen Säugetiere wohnen in dunklen Spalten und Höhlen, orientieren sich mit Ultraschall und ernähren sich ausschließlich von Insekten und Spinnen. In Hessen gibt es neunzehn verschiedene Fledermausarten. Sie sind alle streng geschützt.

Fledermäuse benötigen im Jahresverlauf viele verschiedene Quartiere: Von der „Wochenstube“ zur Jungenaufzucht über wechselnde Schlaf- und Fraßplätze sowie Balzquartiere zur Fortpflanzung bis hin zur frostsicheren Winterzuflucht für einen geruhsamen Winterschlaf. Einige Fledermausarten haben sich an den Menschen gewöhnt und suchen nach Unterkünften an unseren Häusern. Da sie nicht in der Lage sind, selbst Behausungen zu bauen, nutzen sie unterschiedlichste Hohlräume, Risse und Spalten an Gebäuden oder auch Dachböden als zeitweilige Wohnung.


Die Bausubstanz des Hauses wird dabei nicht beschädigt. Oft werden Fledermäuse wegen ihrer stillen und nächtlichen Lebensweise nicht bemerkt und übersehen. Bei Baumaßnahmen am Haus sind sie dann schnell gefährdet, z.B. durch Veränderungen an der Hausfassade oder am Dachstuhl. Dabei ist es gar kein Problem, sein Haus zu renovieren und dabei auch an die Fledermäuse zu denken. Schon mit einfachen Maßnahmen kann man ihnen Unterschlupf bieten und damit einen wichtigen Beitrag zum Überleben der wendigen Flugkünstler leisten. Sie werden staunen, wie leicht es ist, attraktive Fledermaus-Quartiere zu schaffen!

Weitere Infos unter: NABU Hessen

 

Europäische Wildkatze

Heimisch in den Mittelgebirgsregionen, wurde durch starke Verfolgung und Bejagung fast ausgerottet. Steht auf der Roten Liste: stark gefährdet.

  

Steckbrief der Europäischen Wildkatze  ( Quelle: Bund )

Aussehen: ähnlich einer braun-grau-gemusterten Hauskatze, aber buschiger Schwanz mit dunklen Ringen und stumpfem, schwarzen Ende; Fellzeichnung nicht kontrastreich, sondern verwaschen; besonders im Winterfell gedrungen und kräftiger als Hauskatze wirkend

Größe: etwa wie Hauskatze                                              Foto: Thomas Stephan

Gewicht: Katzen meist um vier Kilogramm; Kater um fünf Kilogramm
                                                                                                     

Nachwuchs: zwei bis vier (max. sechs) Junge pro Wurf, kommen zwischen März und September zur Welt; die meisten Würfe im April; zweiter Wurf im Herbst, normalerweise nur bei Verlust des ersten

Nahrung: in Mitteleuropa vor allem Mäuse; seltener und je nach Angebot: Kaninchen, Eidechsen, Frösche, Insekten, Kleinvögel; Aas nur ausnahmsweise; kaum pflanzliche Nahrung

Spuren: Pfotenabdruck wie Hauskatze: rundlicher Umriss; Ballen und vier Zehen, aber keine Krallen im Abdruck (von den fünf Vorderzehen erscheint der Daumen nicht im Abdruck, die hinteren Pfoten haben nur vier Zehen)

Tragzeit: 63 bis 69 Tage

Alter: etwa sieben bis zehn Jahre, in Gefangenschaft
über 15 Jahre

 

 

Luchse - Auf leisen Pfoten durch Hessen (Quelle: Nabu)

 

 

Der scheue Luchs kehrt in unsere Wälder zurück

 

                                                                                                  Foto: Ottfried Schreiter

Seit einigen Jahren streifen scheue Luchse durch Hessen. In den östlichen Landkreisen haben sie sich schon niedergelassen und ziehen den ersten Nachwuchs groß. Immer wieder werden herum streunende Tiere oder ihre Spuren von Spaziergängern beobachtet.

Ein schöner Erfolg des Naturschutzes: Nachdem es in Hessen 150 Jahre lang keine Luchse gab, tauchten Mitte der 80er Jahre erste Tiere wieder in Nordhessen auf. Sie stammen größtenteils wahrscheinlich aus dem Harz, wo mehrere Tiere ausgesiedelt worden waren. 2010 wurden im Schwalm-Eder-Kreis erstmals Jungtiere in Hessen nachgewiesen. Im Jahr 2013 gelang der erste Nachweis für Luchs-Nachwuchs im Werra-Meißner-Kreis. Vermutlich leben inzwischen etwa zehn Luchse in Hessen. Eine Schätzung ist schwierig, weil die Streifgebiete der Tiere riesig sind. Sie können bis zu 400 Quadratkilometer groß sein. So wird manchmal das gleiche Tier mehrfach beobachtet und doppelt gezählt.


Leben in den Wäldern Bis zu seiner Ausrottung in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts war der Luchs einer gnadenlosen Verfolgung ausgesetzt. 1833 wurde der letzte hessische Luchs erlegt. Ihm wurde dabei nicht primär wegen seines schönen Fells nachgestellt, sondern weil er als direkter Jagdkonkurrent und als Bedrohung für das Kleinvieh galt.

Heute hat sich unsere Einstellung zum "Pinselohr" glücklicherweise gewandelt. Als Teil der biologischen Vielfalt gehört er in die hessischen Wälder genauso wie Reh, Dachs und Fuchs. Die größte Gefahr für den Luchs geht heute vom Straßentod aus. Damit er geeignete Lebensräume findet, sollten die letzten großen Waldgebiete Hessens nicht weiter mit Straßen zerschnitten werden. Zu diesen großen Waldungen gehören die Regionen Reinhardswald, Kaufunger Wald, Nationalpark Kellerwald-Edersee, Burgwald, Eisenberg-Wölfersberg bei Grebenau im Vogelsberg, Büdinger Wald, Staatsforst Beerfelden im Odenwald und Hinterlandswald im Taunus. Der NABU Hessen setzt sich für den Schutz dieser Waldgebiete ein
.


Bereicherung der heimischen Tierwelt

 

Im Gegensatz zur Einschätzung einiger Jäger wird sich der Bestand von Reh und Hirsch durch den Luchs kaum verringern. Ein Luchs, der in der Regel ein sehr großes Revier von etwa 100 Quadratkilometern und mehr hat, erbeutet ungefähr 60 Rehe pro Jahr. Im Gegensatz dazu kommen in Hessen jährlich etwa 16.000 Rehe allein durch den Straßenverkehr zu Tode.

Die
Wiederbesiedlung unserer Wälder durch Beutegreifer wie den Luchs stellt eine willkommene Bereicherung unserer heimischen Tierwelt dar und hilft bei der Gesunderhaltung der Wildbestände. International betrachtet setzen wir mit dem konsequenten Schutz großer Beutegreifer bei uns zudem ein wichtiges Zeichen, denn: Wie können wir von anderen Nationen den Schutz von Tigern und Löwen verlangen, wenn wir es in Mitteleuropa nicht schaffen, uns mit Luchs und Wolf zu arrangieren?


Luchs-Beobachtungen melden

 Um mehr Informationen über die Verbreitung des scheuen Zehengängers zu erfahren, sammeln der NABU Hessen und der Arbeitskreis Hessenluchs Luchsbeobachtungen in ganz Hessen. Solche Hinweise können zum Beispiel Lautäußerungen, Fährten oder ein offensichtlich gerissenes Reh sein.

                                                                                                     Foto: Ottfried Schreiter

Wer beim Spaziergang einen frischen Rehriss findet, sollte das Tier unberührt am Fundort liegen lassen, das nächste Forstamt informieren und einen Luchsbeauftragten kontaktieren.

Trifft man auf eine Fährte, die vom Luchs stammen könnte, empfiehlt es sich, sie über eine kleine Strecke zu verfolgen und das typische Spurenbild sowie Aufnahmen einzelner Pfotenabdrücke mit Größenangaben im Bild festzuhalten. Da Luchse auf ihren Streifzügen gerne auch Forst- und Waldwege nutzen, kann man ihre Spuren dort relativ leicht entdecken – vor allem im winterlichen Schnee. Wenn man einem Luchs begegnet, sollte man sich mit ruhigem Schritt zurückziehen, um ihn nicht zu stören. Für den Menschen sind Luchse allerdings nicht gefährlich. Hunde sollten im Wald an der Leine geführt werden, da Luchse bei der Verteidigung von Jungen oder einem Beutetier Hunde bedrohen und angreifen könnten. Melden Sie Ihre Luchsbeobachtungen an den NABU Hessen.

 

 

Spendenkonto: IBAN: DE 36 5335 0000 0094 0044 46