pro bono gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)  

für das Gute

Hier informieren wir Sie über die Haltung verschiedener Kleintiere:

                                                                                  

Ich möchte  einen Hamster!

Sie haben in Betracht gezogen, einen Hamster anzuschaffen. Sei es für Sie selbst oder auch für Ihr(e) Kind(er).

Hamster sind possierliche Tierchen, die tagsüber gerne schlafen, nachts mächtig aktiv sind. Das heißt, wenn Sie oder Ihre Kinder Zeit haben, sich mit "Karlchen" zu beschäftigen, ist dieser viel zu müde und reagiert knurrig, wenn er im Schlaf ständig gestört wird. (Das kennt man ja von sich selber auch!) Da wären wir auch schon beim Thema.......Sie / Ihr Kind möchten/muss schlafen, nun dreht "Karlchen" buchstäblich am Rad. Und Sie dürfen ihm noch nicht mal böse sein, denn das ist nun mal sein Biorhythmus.

Hamster ( und das trifft auch auf Chinchillas zu) sind damit keine geeigneten Tiere für Kinder. Denn die wollen was zum kuscheln, und das mögen Hamster nicht so gerne. Das zeigen sie mit Hilfe ihrer langen Zähnchen, und das mögen Kinder nicht so gerne. Außerdem besitzen die Tiere einen sehr grazilen Körperbau, und wenn sie zu fest angepackt werden oder sie fallen aus größerer Höhe aus der Hand auf den Boden, sind schnell böse Verletzungen oder sogar Brüche entstanden. Die Lebenserwartung eines Hamsters liegt im Normalfall bei ca. 2 Jahren.

Wer allerdings Spaß am Beobachten hat und zeitlich nicht gebunden, der wird seine Freude an den kleinen "Plüschkugeln" haben, die sehr geschäftig ständig am Ändern ihres Wohnambientes arbeiten. Womit wir bei der Unterbringung wären.

Hamster benötigen Platz, viel Platz. Die gängigen Käfige, die im Handel angeboten werden, sind in der Regel zu klein. Die Tiere mögen klettern, buddeln, Sandbäder, Höhlen, natürliche Gangsysteme, mehrere Ebenen, Futterdepots, Nagemöglichkeiten und eine in sich geschlossene natürliche Umgebung. (Sand, Steine, Holz, Grünzeug). Wer handwerklich begabt ist, der kann für sein Tier eine tolle Behausung bauen. Anregungen gibt es im Internet und in guten Fachbüchern.

Und denken Sie beim Kauf eines Hamster-Laufrades dran, eines zu nehmen, bei dem keine Verletzungsgefahr besteht. .........und verzichten Sie bitte auf Plastikartikel oder auch Käfige mit Kunststoffhauben, die heizen sich schnell auf bei höheren Außentemperaturen, und dann bekommt "Karlchen" echte Probleme. 

Wenn Sie jetzt immer noch der Meinung sind, ein "Karlchen" wäre der richtige Hausgenosse für Sie, dann wünschen wir Ihnen und Ihrem neuen Freund viel Freude.

Übrigens, man findet Hamster in vielen Arten auch in Tierheimen.

 

 

Dicke Freunde

 

Ich möchte ein Zwergkaninchen!

Sie haben sich entschlossen, ein Zwergkaninchen ins Haus (oder in den Garten) zu holen. Machen Sie dem Tier eine Freude und nehmen Sie Zwei! Am Besten aus einem Wurf, wenn es denn junge sein sollen, oder erwachsene Tiere, die sich schon kennen. Die Mümmelmänner- und frauen leben nämlich nicht so gerne alleine. Bedenken Sie auch, dass diese Tiere zwischen 8 und 10 Jahre alt werden. Möchten Sie für diese Dauer Verantwortung übernehmen, haben Sie genügend Zeit, sich um die Tiere zu kümmern, mit allen Konsequenzen wie Käfig säubern, regelmäßig Füttern und Tränken, den Tieren Freilauf zu bieten, Tierarztbesuche, ebenso wie Streicheleinheiten?

Damit es nicht irgendwann ganz viele Langohren werden, vergessen Sie nicht, zumindest das Böckchen kastrieren zu lassen, bei den Mädels wird Ihr Tierarzt nicht so begeistert sein, weil hier das Op.- und Narkoserisiko doch erheblich höher ist, als bei den Buben.

Kommen wir zum Platzangebot: Der Käfig kann nie groß genug sein. Kaninchen sind gerne "auf Achse" und somit sollten sie auch regelmäßigen, längeren Auslauf bekommen, natürlich in gesicherter Umgebung. Will heißen: Stromkabel, Haushaltsreiniger, Dinge aus Kunststoff, Gummi etc. müssen außer Reichweite sein, sie können beim Benagen lebensgefährlich für das Tier werden.

Innerhalb der Behausung sollten Holzstreu, Stroh, eine sicher angebrachte Heuraufe, ein Salzleckstein, Nagemöglichkeiten und frisches Wasser zu finden sein. Viele Kaninchen mögen auch ein passendes Holzhäuschen als Unterschlupf.

Ersparen Sie Ihren Tieren bitte die gängigen, engen Holzbuchten, die man heute immer noch dann und wann in irgend einer Häuser- oder Gartenecke finden kann. Das ist für Ihr Tier das Gleiche, wie wenn Sie in einem "Schuhkarton leben müssten".

Futterangebot: Hauptsächlich Heu, daneben wenig Fertigfutter, frisches Grün ( bitte keine blähenden Kohlsorten!), wenig Obst (Durchfallgefahr) und kein getrocknetes Brot.

Ganz wichtig: Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen die Zähne Ihrer Tiere. Bei Zahnfehlstellungen oder nicht genug abgenutzten Zähnen ist die Nahrungsaufnahme schwierig bzw. nicht mehr möglich. An den hinteren Backenzähnen bilden sich oft Haken, die böse Entzündungen hervorrufen können. Sollten sich die Zähne nicht genügend abnutzen, lassen Sie sie von Ihrem Tierarzt regelmäßig kürzen. Schauen Sie sich auch von Zeit zu Zeit die Länge der Krallen und die Aftergegend nach Verschmutzungen und Verklebungen an. Bei Letzterem setzen - gerade im Sommer und bei Freilandhaltung - Fliegen gerne ihre Eier ab. Innerhalb kürzester Zeit entwickeln sich Maden, die sich dann durch die Haut bohren und üble Wunden entstehen lassen.

Kaninchen sind gesellig und neugierig, sie möchten nicht den ganzen Tag an irgend welche Wände oder Käfiggitter starren. Sie möchten, rennen, springen, buddeln!

Sollten Sie die Möglichkeit haben, draußen ein Freigehege zu bauen, denken Sie daran, die Umzäunung im Boden gut zu sichern, sonst sind Sie bald auf der Suche nach Ihren Ausreißern.

Auch hier wieder die Empfehlung: Schauen Sie im nächstgelegenen Tierheim nach und verhelfen Sie auf diesem Wege Tieren, die ihr Zuhause verloren haben, zu einer 2. Chance.

 

 

 

Ich möchte ein Meerschweinchen!

Auch hier gilt, bitte nie ein Tier alleine halten. Und nicht etwa 1 Meerschwein und 1 Kaninchen. Stellen Sie sich vor, Sie müssten den Rest Ihres Lebens mit einem Chinesen zusammenleben, keiner spricht des anderen Sprache und Englisch klappt auch nicht! Frustrierend oder???

Die Lebensdauer eines Meerschweinchens liegt bei ca. 8-10 Jahren. Sie sind bei Kindern beliebt, allerdings glauben Sie nicht, was in manchen Büchern zu lesen ist: "Diese Tiere haben eine natürliche Beißhemmung und sind ideale Kinder-Tiere". Die Kerlchen wissen sehr wohl, zu was die Zähne zu gebrauchen sind. Sie wollen auch nicht ins Wasser, auch wenn vorne das "Meer" im Namen zu finden ist. Erklären Sie das bitte Ihren Kindern, wäre nicht das 1. Mal, dass so ein armes Schweinchen sich plötzlich in "Seenot" befindet.

Meerschweinchen - es gibt sie ja inzwischen in allerlei Arten (von kurzhaarig über langhaarig, bis gelockt oder mit Rosetten) und in vielen Farben - fühlen sich am wohlsten im Familienverband, d.h. im Idealfall ein kastriertes Böckchen und dessen kleiner Harem. Es ist putzig anzusehen, wenn sie sich im "Gänsemarsch" durchs Gehege bewegen und mit allerlei Tönchen und Pfeifen kommunizieren.

Auch hier sollte das Platzangebot ausreichend sein, die Ausstattung gleicht in etwa der einer Kaninchenunterkunft. Da Meerschweinchen ebenso zu den Nagern gehören, sollten sie dazu in Form von geeigneten Ästchen o.ä. die Möglichkeit bekommen. Bei Freilauf gilt auch hier: Vorsicht vor Stromkabeln etc.

Das Futterangebot darf nicht zu "bombastisch" sein. Hauptnahrungsmittel ist Heu, getrocknete Kräuter, in Maßen frisches Grün, nur wenig Obst (Durchfallgefahr) und im Frühjahr z.B. frischen Löwenzahn. Achten Sie darauf, dass die Schweinchen Vitamin C zusätzlich bekommen. Das geht z.B. auch über das Trinkwasser.

Meerschweinchen stammen ursprünglich aus kargen Gegenden in den Anden. Leider werden sie bei uns mit allerlei Futtermischungen und Leckerlies gemästet, wenn auch gut gemeint, schaden Sie Ihren Schweinchen damit und verringern dadurch ganz erheblich deren Lebenserwartung.

Wichtig für die Gesundheitsvorsorge: Regelmäßige Kontrollen der Zähne, Krallen, der nackten Sohlen und der Aftergegend.

Geben Sie auch hier Tieren aus dem Tierschutz eine neue Chance.

 

 

 

Ich möchte einen Wellensittich / anderen Ziervogel / Papagei!

Haltungsbedingungen: größtmöglicher Käfig mit Freiflugchancen, besser Voliere mit Flugmöglichkeiten. Bademöglichkeit, Zugluftfreier Standort, auch nicht gerade an der Heizung, in der Küche oder neben dem Fernseher bzw. Stereoanlage.

Vögel sind Schwarmtiere und möchten nicht einsam - wohlmöglich noch mit einem Plastikkameraden und einem Spiegel - in ihrem Käfig versauern. Das ist wirklich Tierquälerei!

Ausreichend Sitzmöglichkeiten, vorzugsweise unterschiedlich dicke Naturäste.

Bei Papageien natürlich alles ein paar Nummern größer :-))

Futterangebot: gut gemischtes Körnerfutter (toll ist es, wenn man es auch in aufgequollener Form darreicht), etwas Obst, gewaschener und getrockneter Salat.

Bei Papageien sollte man mit Nüssen vorsichtig sein, da diese oft mit Pilzsporen behaftet sind und Ihre Tiere infizieren können.

Lebenserwartung: Wellensittich und Co. ca. 10-15 Jahre, Nymphensittiche können schon mal 20 Jahre schaffen und Papageien....naja, da sollten Sie selbst gesund leben und alt werden, denn diese Vögel schaffen bei artgerechter Haltung einige Jahrzehnte!

 

 

 Ich möchte eine Farbratte!

Kaum zu glauben, aber es gibt Menschen, die mögen Ratten. Warum auch nicht! Die Tierchen sind unglaublich intelligent, lernfähig, gesellig und werden bei guter Behandlung richtig zahm. Da sie ausgiebig im "Nagergeschäft" tätig sind, sollten sie bei Freilauf in unfallfreiem Gelände unterwegs sein. Also auch hier, wie schon bei den Kaninchen, Hamstern und Meerschweinchen auf Stromkabel usw. achten.

Da man als Tierhalter nicht 24 Stunden seine Ratte bespaßen kann, gilt auch hier, mehrere Tiere zusammen, fühlen sich wohler. Also mindestens 2, die sich gut verstehen, die Kastration des Böckchens sollte selbstverständlich sein. Die Unterbringung erfolgt in einem ausreichend großen Käfig mit entsprechend engen Gitterstäben, toll sind mehrere Ebenen, Klettermöglichkeiten, kleine Hängematten, Höhlen, verschiedene Materialien (Sand, Einstreu, Stroh, Heu, Geäst o.ä.). Als Futter sollten spezielle Körnermischungen, Obst, Gurken, dann und wann mal ein Stückchen Käse gereicht werden.

Wenn Sie sich ausreichend mit Ihren Tieren beschäftigen, werden Sie schnell erkennen, wie schlau sie sind. Solange Sie nicht erwarten, dass das Mittagessen auf dem Tisch steht, wenn Sie von der Arbeit kommen. Das Kochen überlassen Sie dann lieber Ihrem/r Lebenspartner/in. Das klappt nur bei Remy im Film. Leider liegt die Lebenserwartung bei höchstens 3 Jahren. Da Farbratten sehr anfällig für Tumorbildungen sind, eher weniger.

 

 

 

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