pro bono gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)  

für das Gute

Igelschutz 

 

                      Foto www.l-seifert.de

 

Igel gehören zu den Säugetieren und sind geschützt. Sie können 2 x jährlich Junge bekommen. Die stachligen Gesellen sind nachtaktiv. Bei Gefahr ziehen sie sich mit Hilfe eines starken Muskels zur Kugel zusammen. Sie ernähren sich von vielerlei Insekten, Obst und auch von Jungmäusen.

Igel gehören zu den Tieren, die Winterschlaf halten. In der Regel von Oktober bis ca. März. Dies hängt auch von den klimatischen Verhältnissen ab.

Natürliche Lebensräume sind Gärten, Wälder und Wiesen.

Um gut über den Winter zu kommen, müssen sie sich im Herbst einen ausreichenden Futtervorrat anfressen. Ein erwachsener Igel sollte mindestens 800 g wiegen. besser mehr, um unbeschadet den Winterschlaf überstehen zu können.

Da der 2. Wurf ungünstiger Weise im September geboren wird, haben Mutter und Kinder schwer zu kämpfen, in relativ kurzer Zeit genügend Nahrung zu finden und an Gewicht zuzulegen.

Nicht selten schaffen es die Muttertiere nicht, sich selbst und den Nachwuchs ausreichend aufzufüttern. Daher finden sich in dieser Jahreszeit auffallend oft untergewichtige Igelkinder.

Hier ein paar nützliche Tipps, um einen "Stachelträger" gut über den Winter zu bringen:

Der erste Weg sollte zum Tierarzt führen. Igel sind potentielle Wirte für innere und äußere Parasiten, als da wären Flöhe, Zecken, Milben, Läuse, Fliegeneier/ -maden, sowie Haar- und Lungenwürmer. Behandlungen dagegen sind auf unkomplizierte Art gegeben ( Spot on-Präparate, Sprays, Badezusätze, ebenso Wurmmittel, die per Paste gegeben werden können.( Wiederholung nach 14 Tagen).

Hat das Kerlchen die Prozedur gut überstanden, bringt man ihn zuhause zugluftfrei und trocken unter. Die Temperatur darf nicht zu hoch sein, ca. 12-14 Grad, da die Tiere die Kühle von draußen gewohnt  und darauf eingestellt sind. Da Igel ein relativ großen Bewegungsradius haben, sollte man Ihnen möglichst viel Platz in einer gesicherten Umgebung bieten, einschließlich eines Schlafhäuschens.(z.B. ein umgestülpter Karton mit Einstiegsloch in passender Größe) Im Inneren bietet man ihm Material zum einkuscheln an, wie Heu, trockenes Laub, Papiertücher etc. Der Untergrund sollte gedämmt sein, etwa mit Styropor o.ä. Wenn der äußere Bewegungsbereich aus Beton- oder Steinboden besteht, muss  auch dieser gedämmt werden, etwa mit einem alten Teppich.

Zum Erleichtern sollte dem Igel in einer Ecke eine dicke Lage Zeitungspapier zur Verfügung stehen, da die Tiere in der Regel immer am selben Platz Kot und Urin absetzen.

Da Sauberkeit sehr wichtig ist, muss man täglich auch das "Schlafgemach" inspizieren und ggf. auffrischen.

Igel sind Ausbrecherkönige, sie klettern, können sich ganz platt machen, aber auch sehr schmal  und versuchen, sich durch jedwede Öffnungen zu quetschen. Das könnte ihm natürlich auch zum Verhängnis werden, sollte er mit dem Kopf in irgendwelchen Gittern o.ä. hängen bleiben.

Also unbedingt Gefahrenquellen entfernen.

Da Igel Einzelgänger sind, ist es wenig zweckmäßig, sich fremde Tiere zusammen zu setzen.

Futtergaben:

Igelkinder unter 100 g erhalten 2-stündlich anfangs Tag und Nacht Fertigmilchnahrung für Menschenbabies, am besten mit einer kleinen Flasche mit entsprechendem Nuckel oder per Spritze.

Bei höherem Gewicht, kann man zu Fertigbrei mit püriertem Huhn oder Kalbfleisch wechseln. Frisst der Igel eigenständig aus dem Schälchen, mischt man rohes Kalbfleisch, Kalbsleber, Hackfleisch oder Hühnchenfleisch in den Brei, ist der Igel etwas älter, kann man auch zu Futterhaferflocken und z.B. Mehlwürmern wechseln. Die Fütterung findet dann zur Nacht statt. 

Feste Nahrung kann erweitert werden auf gekochtes oder rohes Ei, Kartoffelbrei, Obst, wie Bananen, Äpfel, Katzenfertignahrung (nass und trocken). Zum trinken genügt Wasser.

Milch kann zu Durchfall führen!

Ein erwachsener gut genährter Igel kann zwischen 1000 und 1300g wiegen.

Winterschlaf: Idealgewicht bei Beginn ca. 800g.  Die Körpertemperatur kann bis auf 4 Grad absinken, der Körper läuft quasi auf "Sparflamme". In der Regel wachen die Tiere immer mal wieder auf, fressen und trinken dann, lösen sich.

Bei einer Umgebungstemperatur von ca. 5-6 Grad können sie gut überwintern.

Etwa Ende März, Anfang April ist die Winterschlaf-Zeit vorüber. Dann haben die Tiere ordentlich Hunger.

Zum entlassen in die Freiheit sollte man geeignete Gärten haben, mit Unterschlupfmöglichkeiten und Futterangebot.

Manche Tiere kann man noch eine Weile wiedersehen, andere verschwinden aus der Gegend.

 

 

 

Spendenkonto: IBAN DE36 5335 0000 0094 0044 46